03.—30. SEPTEMBER 2016

»Das Mädchen mit dem Fächer«

Slawomir Elsner

 

KASSELER MUSEUMSNACHT IN DER GALERIE COUCOU

03. SEPTEMBER / 17:00—01:00 UHR

Slawomir Elsner verwandelt mittels Bild, Objekt und Installation die Räume der Galerie Coucou in eine poetische Erzählung über die Geheimnisse der Vorstellungskraft, Reproduktionslust und spekulativem Wissen. Dabei hinterfragt er geschickt die Reduktion der Malerei und schafft dadurch ganz neue Möglichkeiten für geistige sowie emotionale und ästhetische Erfahrungen.

 

In diesem Kontext versteht sich „Das Mädchen mit dem Fächer“ als ein Sinnbild für die Spurensuche auf die sich der Künstler in seiner Recherche für diese Ausstellung gemacht hat. Einige seiner neuesten Werke sind das Ergebnis dieser Nachforschungen, die ihn immer wieder auch nach Kassel geführt haben.

 

Slawomir Elsner lässt uns durch ein Netz von Strichen, dichten Pigmentflächen oder verwirrenden Silhouettenspielen in der Kunstgeschichte und somit auch in unsere eigene Vergangenheit hineinschauen. Durch die schillernden Oberflächen vermuteter Erinnerungen erkennen wir verloren geglaubte und wiedergefundene Kunstwerke alter wie neuer Meister.

 

So geht es in „Das Mädchen mit dem Fächer“ nicht nur um die Arbeiten eines jungen Künstlers, dessen Bilder unter anderem in Sammlungen wie Bechtler Museum of Modern Art (North Carolina, US), der Deutschen Börse (Frankfurt a. M.) und Staatlichen Kunstsammlungen (Dresden) zu finden sind, sondern auch um seine Beziehung zu Kassel. Der in Berlin lebende Künstler hat 2002 seinen Abschluss an der Kunsthochschule Kassel gemacht, 2010 waren seine Arbeiten im Kasseler Kunstverein zu sehen.

09. JuLi—11. SEPTEMBER 2016

»ECHOS«

Elf künstlerische Positionen aus der Kunsthochschule Kassel IM Museum für Sepulkralkultur

 

Valeria Abendroth / Caroline Bernhardt / Paul Diestel / Dominic Fey / Leonie Liora Fischer / Julia-Johanna Geiß / Thilo Jenssen / Silke kleine Kalvelage / Marina Rengel Lucena / Erik Schäfer / Clara Winter

»Was wir die Wirklichkeit nennen, ist eine bestimmte Beziehung zwischen Empfindungen und Erinnerungen, die uns gleichzeitig umgeben.«

Marcel Proust

 

Für die Ausstellung ECHOS hat das Museum für Sepulkralkultur in Kooperation mit der Galerie Coucou elf künstlerische Positionen aus der Kunsthochschule Kassel ausgewählt. Die Sichtung der Arbeiten ließ einen direkten Bezug der künstlerischen Auseinandersetzung zu den Kernfragen des Museums erkennen insbesondere mit dem Fokus auf die Themen Sterben und Erinnern.

 

Die künstlerischen Reflexionen können unterschiedlicher nicht sein. Die Themen reichen von politisch brisanten Ereignissen wie dem Dokumentarfilm von Julia Geiss über Menschen, die aufgrund eines HIV-verseuchten Blutpräparates für Bluterkranke verstorben sind, oder der Arbeit von Leonie Fischer, die fotografisch und zeichnerisch die Spuren ihres als Zwangsarbeiter in Kassel arbeitenden belgischen Urgroßvaters rekonstruiert, bis hin zu der Videoinstallation von Marina Rengel Lucena über die franquistische Gedenkstätte nordöstlich von Madrid und seiner bis heute unversöhnten Geschichte, Clara Winter verarbeitet den Schrecken über den plötzlichen Tod eines Freundes in stillen Bildern ihrer filmischen Arbeit.

 

Erik Schäfer begibt sich in seiner Installation in die Abgründe der menschlichen Psyche, und auch Thilo Jenssen eröffnet uns als Betrachter in seiner Malereiserie ganz neue Perspektiven in der Begegnung mit Ikonen bzw. Vertretern verschiedener Ideologien und Überzeugungen. Silke kleine Kalvelage lenkt ihren Blick auf Vergängliches, was unvergänglich ist, und stellt uns vor die Frage, was am Ende bleibt. Paul Diestel setzt sich mit einem keltischen Hügelgräberfeld auseinander und transponiert Nicht-Sichtbares in eine künstlerische Form. Bei Valeria Abendroth wird die Bearbeitung des Materials Linoleum zum gestalterischen Prozess, intuitive Visionen lassen Kontur und Profil entstehen, und setzen Erinnerungen in Bewegung.

 

Caroline Bernhardt nutzt Überlegungen und Erkenntnisse der Biologie und fügt diesen in ihrer skulpturalen Arbeit Persönliches hinzu. Sie experimentiert mit den Voraussetzungen der wissenschaftlichen Disziplinen und übersetzt sie in ihre künstlerische Suche. Dominic Fey erkundet in seiner Arbeit die parasitäre Symbiose von Wasserinsekten und fleischfressenden Pflanzen und stellt damit auch die Frage nach dem Überleben.

 

Alle Kunstwerke arbeiten auf je individuelle Weise mit dem Unvermeidlichen, das wir aus unserem alltäglichen Erleben verbannt haben und rücken die Thematik des Museums für Sepulkralkultur in neue Blickwinkel.

 

Museum für Sepulkralkultur

Weinbergstraße 25–27 / 34117 Kassel

Öffnungszeiten: Di 10–17 Uhr / Mi 10–20 Uhr / Do bis So 10–17 Uhr

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